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Wie aus Kartendaten eine Zeichnung wird

Von OpenStreetMap zur Tintenlinie: wie eine Stadtkarte in Pfade zerlegt, sortiert und für den Stiftplotter vorbereitet wird.

Eine Stadtkarte, die ein Stiftplotter zeichnen soll, ist kein Bild. Sie ist eine Liste von Wegen: Anfangspunkt, Endpunkt und alles dazwischen, in Millimetern auf dem Blatt. Dieser Beitrag beschreibt, wie aus den Daten von OpenStreetMap eine solche Liste wird.

Die Daten

Grundlage sind die Vektorkacheln von OpenStreetMap im OpenMapTiles-Schema. Eine Kachel enthält alles, was an einem Stück Erde verzeichnet ist: Straßen nach Klassen, Gewässer, Parks, Gebäude. Für einen Ausschnitt von drei Kilometern Breite werden bis zu 30 Kacheln geladen und in einer festen Reihenfolge ausgelesen, damit dieselbe Karte immer exakt gleich gezeichnet wird.

Ebenen und Stifte

Jede Linie landet in einer Ebene: Hauptstraßen, Nebenstraßen, Wasser, Grünflächen, auf Wunsch Gebäude und am Ende die Schrift. Jede Ebene bekommt einen Stift, also eine Tinte und eine Strichstärke. Hauptstraßen werden mit 0,5 Millimetern gezogen, Nebenstraßen mit 0,3. Wasser bekommt im Stil Klassisch eine eigene Farbe, Preußischblau.

Was ein Plotter nicht kann

Ein Plotter kann keine Fläche füllen. Ein See wird deshalb nicht ausgemalt, sondern schraffiert: parallele Linien im Abstand von gut einem Millimeter, die an jedem Ufer und jeder Insel enden. Auch Schrift kann er nicht setzen. Titel und Koordinaten werden deshalb aus einer Einstrichschrift gebaut, deren Buchstaben aus einzelnen Linien bestehen.

Der Rand

Was außerhalb des Kartenfelds liegt, wird abgeschnitten, bevor es den Stift erreicht. Eine Straße, die über den Rand läuft, endet genau dort. So bleibt der Rand des Blattes frei für Titel, Ort und Signatur.

Was gespeichert wird

Wenn du eine Karte bestellst, wird nicht nur die Adresse gespeichert, sondern genau die Liste von Linien, die du in der Vorschau gesehen hast. Gezeichnet wird von dieser Liste, nicht von neuen Daten. Ändert sich morgen eine Straße in OpenStreetMap, ändert sich deine Karte nicht.

Mehr zur Methode steht auf der Seite Methode; die Stadtedition München ist ein Beispiel für das Ergebnis.